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Ablauf

Erst die Wand, dann der Boden

Die Reihenfolge kennt kaum ein Bauherr, und sie ist der teuerste Fehler, den man bei einer Renovierung machen kann.

Roher Raum, ein Linienlaser zieht eine waagerechte rote Linie über die Wand

Von der ersten Nachricht bis zur Übergabe

Sieben Schritte, und keiner davon lässt sich sinnvoll überspringen. Was hier steht, gilt für Berlin genauso wie für das Umland, und es gilt unabhängig davon, ob nur ein Gewerk gebraucht wird oder beide.

  1. Erste Einschätzung

    Ein Foto und zwei Sätze reichen für den Anfang. Daraus ergibt sich, ob es überhaupt sinnvoll ist und welche Fragen vor Ort geklärt werden müssen. Das kostet Sie zwanzig Sekunden statt eines Formulars.

  2. Aufmaß vor Ort

    Hier wird gemessen statt geschätzt: Nutzschicht des Bodens, Lot und Flucht der Wände, Raumhöhe, Leitungswege, Zustand des Untergrunds. Erst danach entsteht ein Angebot, das hält.

  3. Angebot und Termin

    Im Angebot steht, was gemacht wird, in welcher Spachtelqualität und mit welchem Oberflächensystem. Und es steht darin, was den Preis bewegen könnte, falls beim Öffnen etwas auftaucht, das vorher niemand sehen konnte.

  4. Vorbereiten und abtrennen

    Staubschutzwände an den Übergängen, Böden abdecken, Absaugung anschließen. Was in den Arbeitsräumen steht, muss raus. Empfindliche Dinge in den übrigen Räumen gehören abgedeckt oder weg, feiner Schleifstaub findet jede Ritze.

  5. Trockenbau zuerst

    Ständerwerk, Installation, Dämmung, Beplankung. Danach das Spachteln in mehreren Durchgängen mit Trockenzeit dazwischen. Der Spachtelschliff ist der staubigste Moment der ganzen Baustelle.

  6. Boden zuletzt

    Erst wenn der Wandstaub weg ist, kommt der Boden dran: Schleifgänge, Ränder, Kitten, Absaugen, dann Öl oder Versiegelung. Zwischen den Aufträgen wird nichts betreten.

  7. Aushärten und Übergabe

    Begehbar und voll belastbar sind zwei verschiedene Zeitpunkte. Möbel und Teppiche kommen zuletzt zurück. Bei der Übergabe wird die Fläche im Streiflicht angesehen, nicht im Deckenlicht.

Der Punkt, an dem es aus einer Hand zählt

Zwischen zwei Betrieben liegt die teuerste Naht

Wenn Trockenbau und Boden von zwei Firmen kommen, muss jemand die Reihenfolge koordinieren, die Termine abstimmen und im Streitfall entscheiden, wessen Schaden das ist. In der Praxis übernimmt das der Auftraggeber, ohne es vorher zu wissen.

Aus einer Hand entfällt diese Naht. Es gibt einen Ansprechpartner, eine Baustelle und niemanden, dem man die Schuld zuschieben könnte.

Häufige Fragen zum Ablauf

Warum kommt der Boden wirklich zuletzt?

Weil Spachtelschliff feinen Staub erzeugt und weil beim Trockenbau Werkzeug, Profile und Platten über den Boden geschoben werden. Ein frisch geschliffener und geölter Boden nimmt genau dabei Schaden. Wer die Reihenfolge dreht, bezahlt den Bodenschliff zweimal.

Kann ich während der Arbeiten in der Wohnung wohnen?

In den Arbeitsräumen nicht. Ob der Rest der Wohnung nutzbar bleibt, hängt vom Zuschnitt ab: Wenn sich der Arbeitsbereich sauber abtrennen lässt, geht es oft. Während der Oberflächenbehandlung des Bodens sollte niemand darüber laufen.

Warum dauert Spachteln so lange?

Nicht wegen der Arbeit selbst, sondern wegen der Trockenzeiten zwischen den Durchgängen. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen, ohne dass die Fläche später reißt oder nachzieht. Das ist der häufigste Grund, warum ein Trockenbau-Termin länger dauert als erwartet.

Was soll ich vorher wegräumen?

Alles aus den Arbeitsräumen, inklusive Vorhängen und Lampen, wenn an der Decke gearbeitet wird. In den übrigen Räumen: offene Regale, Elektronik und Textilien abdecken. Wer eine Katze hat, sollte vorher überlegen, wo sie während der Arbeiten sein soll.

Der schnellste Weg

Fotografieren Sie die Stelle

Ein Bild von der Wand, der Decke oder dem Boden sagt mehr als drei Absätze Beschreibung. Schicken Sie es, und Sie bekommen eine erste Einschätzung dazu, was möglich ist und worauf es ankommt.

Aktuell läuft das über das Anfrageformular. Beschreiben Sie dort kurz, worum es geht, den Rest klären wir im Gespräch.

  • Foto statt Formular Ein Bild, ein Satz dazu, fertig.
  • Lieber sprechen Anrufen geht auch, wenn es schneller gehen soll.
  • Dann ein Blick vor Ort Gemessen wird beim Aufmaß, nicht am Telefon. Erst danach gibt es Zahlen.
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