Boden
Parkett abschleifen
Stab, Mosaik oder Fertigparkett. Was möglich ist, entscheidet die Nutzschicht und nicht der Wunsch.
Die erste Frage ist nicht wie, sondern ob
Bevor irgendeine Maschine läuft, wird gemessen, wie viel Holz überhaupt noch da ist. Über der Nut sitzt die Nutzschicht, und nur die darf weg. Ist sie zu dünn, kommt beim Schleifen die Nut zum Vorschein, und dann ist der Boden nicht aufgearbeitet, sondern kaputt.
Gemessen wird an einer Stelle, an der ohnehin ein Schnitt ist: an einer Heizungsaussparung, unter einer Sockelleiste oder an einer Türschwelle. Das dauert wenige Minuten und ist der Unterschied zwischen einem Boden, der noch zwanzig Jahre hält, und einem, der ersetzt werden muss.
Was genau passiert
- Nutzschicht messen, lose Stäbe prüfen, Nägel und Schrauben versenken
- Schadhafte Stäbe austauschen, bevor geschliffen wird
- Grobschliff nimmt die alte Oberfläche und die Unebenheiten herunter
- Zwischenschliff und Feinschliff bringen die Fläche auf ein gleichmäßiges Korn
- Ränder und Ecken mit der kleinen Maschine, dort kommt die große nicht hin
- Fugen und kleine Fehlstellen mit Holzstaub und Kittlösung schließen
- Absaugen, dann Öl oder Versiegelung
Die Anzahl der Durchgänge ist keine Frage der Sorgfalt, sondern des Zustands. Ein Boden mit alter, dicker Versiegelung braucht mehr als einer, der nur stumpf geworden ist.
Wann es sich lohnt
Fast immer, wenn genug Nutzschicht da ist. Ein geschliffener Altbauboden ist in aller Regel der kleinere Eingriff als ein neuer Boden, und er behält den Charakter, für den man in einen Altbau zieht. Auch tiefe Kratzer, dunkle Laufstraßen und vergraute Flächen verschwinden dabei.
Wann es sich nicht lohnt
Wenn die Nutzschicht aufgebraucht ist. Wenn großflächig Wasserschäden sind und das Holz sich verworfen hat. Und bei Fertigparkett mit sehr dünner Deckschicht, wo ein Schliff die Restlebensdauer aufbraucht, statt sie zu verlängern.
In diesen Fällen ist die ehrliche Antwort, dass Schleifen die falsche Maßnahme ist. Das steht dann im Angebot und nicht erst in der Rechnung.
Wie es abläuft
- Aufmaß Restdicke messen, Zustand ansehen, Räume und Reihenfolge klären.
- Vorbereiten Raum leer, Staubschutz zu den anderen Räumen, Absaugung anschließen.
- Schleifgänge Grob, zwischen, fein, danach Ränder und Ecken.
- Kitten und Absaugen Fugen schließen, Fläche staubfrei machen.
- Oberfläche Öl oder Versiegelung, je nach Absprache, mit den nötigen Trockenzeiten.
- Übergabe Boden gemeinsam ansehen, Pflegehinweise besprechen.
Was den Preis bewegt
Warum niemand seriös einen Pauschalpreis nennt
Zwei Wohnungen mit derselben Quadratmeterzahl können sich im Aufwand deutlich unterscheiden. Diese Punkte entscheiden darüber:
- Fläche und Zuschnitt der Räume, viele kleine Zimmer sind aufwendiger als eine große Fläche
- Zustand und dadurch die Anzahl der nötigen Schleifgänge
- Parkettart: Stab, Mosaik oder Fertigparkett mit dünner Nutzschicht
- Randbereiche, Heizkörpernischen, Treppen und Erker
- Ob eine alte Versiegelung oder Wachs herunter muss
- Das gewählte Oberflächensystem, Öl oder Versiegelung
- Etage, Aufzug und Anfahrt, weil die Maschinen schwer sind
- Ob Möbel heraus müssen oder schon draußen sind
Deshalb steht am Anfang ein Blick vor Ort oder ein Foto. Danach gibt es eine Zahl, die hält.
Häufige Fragen
Wie oft kann man Parkett abschleifen?
Das entscheidet die Nutzschicht, also die Holzstärke über der Nut. Massives Stabparkett verträgt mehrere Durchgänge, Mosaikparkett weniger, und bei Fertigparkett mit dünner Deckschicht kann schon ein einziger Schliff zu viel sein. Deshalb wird die Restdicke vorher gemessen, oft an einer Heizungsaussparung oder unter einer Sockelleiste. Erst danach gibt es eine Aussage.
Muss die Wohnung wirklich leer sein?
Für die Räume, die geschliffen werden, ja. Die Maschine braucht die ganze Fläche, und Möbel, die hin- und hergeschoben werden, hinterlassen Spuren im frisch geschliffenen Holz. Was in anderen Räumen steht, kann stehen bleiben, dorthin kommt eine Staubschutzwand.
Wie staubig wird es?
Die Maschinen laufen an der Absaugung, und die angrenzenden Bereiche werden abgetrennt. Staubfrei sagt niemand seriös, aber der Staub bleibt im Arbeitsbereich statt in der ganzen Wohnung. Feiner Schleifstaub setzt sich trotzdem irgendwo ab, deshalb gehören empfindliche Dinge vorher weg.
Kann man einzelne Stäbe austauschen?
Ja, beschädigte oder aufgequollene Stäbe lassen sich ersetzen. Der Ersatz kommt farblich selten exakt hin, weil altes Holz nachgedunkelt ist. Nach dem Schliff und der neuen Oberfläche gleicht sich das meist deutlich an, ganz unsichtbar wird es nicht immer.
Wie lange darf ich danach nicht darauf laufen?
Das hängt vom Oberflächensystem ab und wird beim Aufmaß besprochen. Wichtig ist der Unterschied zwischen begehbar und voll belastbar: Möbel und Teppiche dürfen deutlich später zurück als der erste vorsichtige Schritt.
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Der schnellste Weg
Fotografieren Sie die Stelle
Ein Bild von der Wand, der Decke oder dem Boden sagt mehr als drei Absätze Beschreibung. Schicken Sie es, und Sie bekommen eine erste Einschätzung dazu, was möglich ist und worauf es ankommt.
Aktuell läuft das über das Anfrageformular. Beschreiben Sie dort kurz, worum es geht, den Rest klären wir im Gespräch.
- Foto statt Formular Ein Bild, ein Satz dazu, fertig.
- Lieber sprechen Anrufen geht auch, wenn es schneller gehen soll.
- Dann ein Blick vor Ort Gemessen wird beim Aufmaß, nicht am Telefon. Erst danach gibt es Zahlen.